Hier, bei "Wutzen-Wiki", möchten wir euch gerne Fragen zur Haltung, Pflege, Ernährung usw. von Meerschweinchen beantworten . . .

Aus der Zoohandlung?

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Tiere aus Zoohandlungen oft ängstlich und scheu sind. Denn dort wird oft geschrien, die Tiere sind u.U. in mehreren Händen, es wird gegen die Scheiben geklopft usw.

Außerdem haben die Verkäufer oft nicht das nötige Fachwissen (sie lesen sich bei Zeit mal die dort befindlichen Bücher durch, haben aber selten die nötige eigene Erfahrung). Auch vertun sie sich oft bei der Bestimmung des Geschlechts - und wenn man Pech hat, hat man ein Pärchen...


Ich kann euch nur empfehlen, Meerschweinchen (und andere Kleintiere), aus Tierheimen oder Notstationen zu holen. Diese Vierbeiner müssen nicht unbedingt alt sein - oftmals wurden sie auch dort geboren, jung ausgesetzt und gefunden oder vor kurzem als junges Tier abgegeben. Meistens sind diese Tiere kastriert und gesundheitlich durchgecheckt und man zahlt oftmals lediglich eine Schutzgebühr.

Oder ihr sucht euch einen seriösen Züchter z.B. im Internet. Hier findet ihr unterschiedliche Rassen, die Tiere sind noch jung - manchmal werden aber auch ehemalige Zuchttiere abgegeben. Diese sind dann ca. 2 bis 3 Jahre alt, sie hatten ein paar Würfe und sind vom (Sozial-)Verhalten her top.

Die Tiere bei einem guten Züchter bekommen je nach Art und Kondition bis zu 2 Würfe im Jahr.

Sucht euch einfach in Ruhe einen guten Züchter, keinen Vermehrer.

 

Vermehrer sind nur auf Profit aus, die Tiere leben oft im Dunkeln, auf engstem Raum (Regalsystem) und haben mehrere Würfe im Jahr, ohne dass sie sich richtig von der letzten Geburt erholen können. Die Vermehrer lassen keine Brunst aus und setzen oft unterschiedlichste Rassen "aufeinander", ohne sich dabei ernsthaft mit der Genetik, möglichen Risiken o.ä. auszukennen bzw. auseinanderzusetzen. Die Weibchen sind regelrechte Gebärmaschinen.

Auch ist ihnen Inzucht egal und kranke oder fehlgebildete Tiere werden eben aussortiert und die Weibchen bald wieder neu gedeckt.

Diese Vermehrer handeln gewissenlos und ohne Tierliebe. Zwar sind ihre Tiere oftmals um ein paar Euro günstiger, jedoch zahlt man das hier gesparte Geld später beim Tierarzt drauf...

 

 

 

Drin oder draußen?

Zu der Frage "Drin oder draußen?" muss ich sagen, dass ich keinerlei Erfahrung darin habe, Kleintiere draußen zu halten. Wer dies tun möchte, möge sich bitte genau darüber informieren, denn der Stall muss u. A. wind- und wetterdicht sein, gut isoliert, eine Wasserflasche mit Thermoisolierung haben usw.
Was ich zu überdenken bitte, ist, dass die Tiere täglich frisches Wasser, ihre Heuration (trocken!!), Gemüse und trockene Einstreu brauchen - ob es regnet, stürmt oder schneit...
Aus Erfahrungsberichten weiß ich, dass man in Außenhaltung mind. 4 Tiere zusammenzusammensitzen haben muss, damit sie sich gegenseitig wärmen können. Wenn ein Tier im Winter einmal im Haus/ in der Wohnung war, z.B zum kuscheln oder Krallenschneiden, darf es für diesen Winter nicht wieder nach draußen - erst wieder im nächsten Frühjahr!

 

 

Die Fahrt zum Tierarzt

Um eure Meerschweinchen zu transportieren, besorgt ihr euch am besten eine Katzen-Box, da man diese rundherum zumachen kann, sie hat Luftschlitze und ist urindicht und groß genug.
Wenn es kalt ist, könnt ihr dort zusätzlich zum Heu und einem alten Handtuch/ Bettbezug noch eine Wärmflasche reinlegen (Wasser aber bitte nicht zu heiß machen!!!) und/ oder eine Decke darauflegen, damit die Wärme drinbleibt. Ich habe hierfür eine Transportbox-Hülle genäht. Das ist hygienischer; die Decke liegt in der Praxis z.T. auf dem Boden und die Hundehaare, die man da so findet, liegen dann später im Auto oder zu Hause *bäh*.

 

Wenn es warm ist, helfen feuchte Handtücher auf der Transportbox und saftige Gurkenstücke, Melonenstücke für die notwendige Wasserversorgung unterwegs...


Ich für meinen Teil sage, dass ich NIE ein Meerschweinchen alleine transportiere.
Entweder kommt wenigstens ein "Begleiter" für das Tier mit
oder unsere ganze Bande (5 Meerschweinchen). Denn so ist keiner alleine unterwegs und es muss keiner alleine zu Hause warten . . .

 

Das ist unsere Transportbox-Hülle :)

Ernährung

Heu ist das A und O in der Meerschweinchenhaltung ist. Es gibt auch diese staubfreien Heupellets für zweibeinige Allergiker; aber hierauf sollte man nach Möglichkeit verzichten, denn Heu ist lebenswichtig für die Verdauung und hilft bei der ständigen Abnutzung der Zähne. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfdarm. Das heißt, dass dieser nur gering bemuskelt ist und somit den Kot der Tiere nicht weitertransportieren kann. Wenn "vorne" nix reinkommt, kommt hinten nix raus. Deshalb fressen sie um die 100 Mal am Tag. Eine Null-Diät wäre also tödlich.
Wasser muss auch immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und stets frisch sein. Dieses bieten wir in einem Wassernapf aus der Vogelzubehör-Abteilung an, da unsere nicht mit der Nippeltränke zurechtkommen. Sie beißen nur erfolglos auf dem Röhrchen herum :-(. Ein Napf lässt sich sowieso besser reinigen ;-) - ist bei uns z.T. 3x täglich der Fall...
Die tägliche Ration abwechslungsreiches Gemüse darf auch nicht fehlen. Hierzu eignen sich u.a. Paprika, Möhren, Auberginen, Gurke, Fenchel, Salatgurke, ab und zu auch mal Salat (aufgrund des Nitratgehalts die äußeren Blätter und den Strunk entfernen!), RadieschenGRÜN, Petersilienwurzeln (Pastinaken), Kürbis (keine Zierkürbisse), Rote Bete, Mais (macht aber dick), Süßkartoffeln, Kohlrabi (mit Kohl im Allgemeinen vorsichtig sein; er führt zu Blähungen, die schließlich zum Tode führen können), Sellerieknolle (die Schale abschneiden), Stangensellerie (Vorsicht - Blähungen), selten Tomaten und hin und wieder Obst wie z.B. Äpfel oder Birnen. Jedoch nicht zu viel Obst verfüttern, da dies zur Diabetes führen kann! Mit Bananen bitte vorsichtig sein - sie können zu Verstopfung führen!
>>> Kurzum: Auf die Ausgewogenheit kommt es an ;-).
Gerne geknabbert wird an UNGESPRITZTEN Obstzweigen von Birne, Apfel (jedoch bitte keine Zweige von Kirschbäumen, Pflaumen - also KEINE Zweige von Steinobst!!); aber auch an Haselnusszweigen. Ausführliche Frischfutterlisten kann man sich aus dem Internet ausdrucken. Keinen Rasenschnitt anbieten, da er aufgrund seiner sehr geringen Länge gleich zu gären anfängt!!!
Ihr könnt euren Tieren täglich Abwechslung bieten, indem ihr das Gemüse an eine 
Schnur hängt, zu der sie sich etwas strecken müssen (bitte aufpassen, dass die Tiere sich nicht verletzen können!), die Paprika mit Heu und/ 
oder gesunden Leckerchen füllt usw.
Zum Trockenfutter gibt es unterschiedliche Meinungen. Einige sagen "Nein, auf 
keinen Fall!", Andere füttern es ab und zu und wir z.B. bieten es den Tieren ständig an (auch im Sommer - und der Napf ist immer gefragt ;-) ). Aber wenn man es füttern möchte, bitte GETREIDEFREI (gibt es 
nicht überall zu kaufen, ist aber auf jeden Fall gesünder!!). Auch muss es 
speziell für Meerschweinchen sein, da hier u. a. viel VitaminC drin ist, welches die 
Wutzchen nicht selbst herstellen können - im Gegensatz zu z.B. Kaninchen. Als ich 
Merlin abholte, hatte er schmieriges Fell und hat unangenehm 
gerochen. Natürlich gab man mir ein Päckchen Getreidefutter mit, welches ich aber nie verfütterte. Und das Fell wurde zusehends schöner und glänzender mit 
"richtigem" Futter und der unangenehme Geruch verschwand...
Hier kann ich www.cavialand.de oder www.bunny-nature.de empfehlen.
Brot ist im Allgemeinen in der Kleintierhaltung ein absolutes No-Go! Einige behaupten zwar, damit nutzten 
sich die Zähne ab, aber die Tierchen knabbern daran und zurück bleibt nur noch 
eine Pampe, die auch so im Magen ankommt. Im Brot sind so viele Backzutaten, 
Salze usw. drin, die NICHTS im Kleintiermagen zu suchen haben!!!

Unsere Tiere bekommen auch keine Leckerlies mit Joghurt, Ei oder Ähnlichem. Was wir ihnen gerne geben, sind Sonnenblumenkerne, Erbsenflocken, Johannisbrot, wenige Produkte von dieser Firma mit der grünen Packung und AB UND ZU mal 
diese Knabberstangen, die man ans Gehege hängen kann - jedoch achten wir auch 
hier sehr auf die Inhaltsstoffe.
Es gibt mittlerweile von verschiedenen Firmen getrocknete Kräuter in kleinen 
Tüten; Einige sind mit Apfelstückchen, andere mit verschieden Wiesenkräutern. 
Man kann sie übrigens auch selber sammeln & trocknen! Die förden die Verdauung und man kann sie prima über das Heu streuen. Heu steht bei uns in Heuraufen oder -kugeln (hoch genug wegen der Verletzungsgefahr!) immer zur Verfügung, jedoch gibt es hier auch "Heuberge", über die wir Genanntes streuen - unsere Tiere liiiiiiieben die Heuberge - und, sich darin zu verstecken!!!

 

 Urheber unbekannt - aber ich finde das Bild suuuper!

Frischfutter

Wie schon erwähnt, darf in der Meerschweinchenhaltung die tägliche Ration Frischfutter nicht fehlen. Im Winter beschränkt sich dieses auf gekauftes Gemüse, wenn man nicht zum Türken einkaufen geht, der auch im Winter z.B. Löwenzahn bereithält. Im Sommer hingegen kann man auch Gras, Löwenzahn, Klee und verschiedene Blumen füttern. Bitte nicht "irgendwas" füttern, sondern mit Bestimmtheit Grünzeug sammeln gehen und nichts "ausprobieren". Viele Pflanzen sehen einander ähnlich und man verwechselt sie leicht. Siehe "Frisches aus der Natur". Nichts von einer Hundewiese oder dem Rand einer vielbefahrenen Straße holen.
Sammelt abwechslungsreich und von nichts im Übermaß. Denn z.B. Löwenzahn kann in großen Mengen zu Blasensteinen führen.
Zu Beginn der "Löwenzahn-und-Gras-Saison" gewöhnt ihr die Tiere bitte langsam an das frische Grün, da es sonst zu Durchfall, Blähungen und im schlimmsten Fall schließlich zum Tode führen kann! Mischen Sie am Anfang z.B. eine Hand voll Grün unters Heu und steigern Sie die Menge langsam.
Bitte nie zuviel auf einmal sammeln, da sich das Grün nicht mehrere Tage hält – lieber öfter kleine Mengen pflücken.

 

Für Kinder?

Ich persönlich würde Meerschweinchen nicht Kindern allein überlassen und schon gar nicht ins Kinderzimmer stellen, weil sie schonmal laut quieken - wenn es Unstimmigkeiten unter ihnen gibt, auch nachts. Wir haben unser Schweinchengehege im Wohnzimmer stehen und sind froh, dass zwei Türen zwischen dem Gehege und dem Schlafzimmer sind!
Auch in unmittelbarer Nähe des Fernsehers oder der Musikbox haben die Tiere nichts "zu suchen". Meerschweinchenohren sind empfindlich!
Kinder finden Meerschweinchen am Anfang oft süß und niedlich, aber wenn dann der Alltag eintritt, oder es draußen schön warm ist, oder ein anderes Hobby "ruft", sind Tiere oft Nebensache.
Aber sie brauchen täglich Pflege, Frischfutter (Gemüse), Heu und Wasser - ein sauberer Stall nicht zu vergessen!!
Und dann bleibt die Arbeit an den Eltern hängen, die sich die Tiere gar nicht "ausgesucht" haben.
Sprecht deshalb dieses Thema genau in Ihrer Familie durch, denn Meerschweinchen können ein Alter von 9 Jahren oder noch mehr erreichen...
Bitte haltet euer Kind/ eure Kinder bei der Pflege seiner Tiere im Auge und greift, wenn nötig, eurem Kind unter die Arme! Nur, weil das Meerschweinchen sich nicht weiter wehrt, heißt das nicht, dass es nicht leidet und kein Schmerzempfinden hat...

Meerschweinchen sind kein Geschwister-, Spielpartner- oder Spielkonsolenersatz!!!

Bringt eurem Kind/ euren Kindern den gewissenhaften, respekt- und verantwortungsvollen mit Lebewesen von Anfang an bei.


Die Tiere sollten keine albernen Namen bekommen, da sie sonst oftmals nicht ernstgenommen werden.

Wenn Meerschweinchen in einem schönen, großen, artgerechten Zuhause leben und sich wohlfühlen, hat das Kind mehr Spaß, die Tiere zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen, als wenn die Tiere gelangweilt vor sich hin dümpeln.

 

Geschlechtsbestimmung

Das Geschlecht von Meerschweinchen kann man ab dem 1. Lebenstag bestimmen.
Weibchen sind mit 4 Wochen gechlechtsreif.
Das Geschlechtsteil der Weibchen ähnelt einem "Y",
das der Böckchen einem "i". Wenn man beim Böckchen sanft über den Bauch streift, wölbt sich der Penis hervor.
Böckchen sind ca. ab der 4. Woche geschlechtsreif. Wenn das kleine Böckchen sein Gewicht (ca. 250g) erreicht hat, sollte es von der Mutter und den Schwestern getrennt werden.

Kastration: Ein Böckchen ist bis zu 8 Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähig!!

Im Freien

Natürlich könnt ihr eure Meerschweinchen an schönen Tagen auch mal nach draußen lassen. Bitte lasst die Tiere dazu in einen sicheren Garten oder ein Freigehege. Sicher heißt, dass Hunde, Marder und Greifvögel keinen Zugang dazu haben. Die Meerschweinchen könnten sich im wahrsten Sinne des Wortes "zu Tode" erschrecken. Andererseits muss es aber auch ausbruchsicher sein.

Das optimale Gehege bietet genügend Schatten sowie genügend Rückzugsmöglichkeiten (Häuser o. ä.), Wasser und Gras und/ oder ungiftige Pflanzen.

Wir lassen unsere Meerschweinchen bei über 20°C raus, wenn es trocken und schön ist. Eine genaue Temperaturgrenze, wann sie wieder reinkommen, haben wir nicht, da es frische 25°C und angenehme 20°C gibt. Es kommt immer ein bisschen auf das allgemeine Wetter (Wind, Luftdruck, ... ) an. Unser Maßstab ist: Wenn wir es im T-Shirt, ohne uns zu bewegen, gut aushalten (sprich: ohne, dass wir einen Pulli bräuchten), lassen wir unsere Bande ins Freigehege auf die Terrasse. Und wenn es uns abends frisch wird, holen wir sie wieder rein.

Wenn es über 35°C ist und die Luft sehr drückend, haben sie es drin besser. Dann liegen sie auf ihrer Fliese aus dem Kühlschrank oder auf einem Kühlakku, das in ein Geschirrtuch eingewickelt ist.

>> Siehe auch: Der Lauf der Jahreszeiten

Vorsicht vor Überhitzung und Wassermangel!!!

 

Kastration/ Sterilisation

Die Kastration der Böckchen ist ein wesentlich geringerer Eingriff als die Sterilisation der Weibchen. Die Weibchen überleben die OP leider nicht oft, sodass man, wenn möglich, davon absehen sollte.
Kastrationsfrist bedeutet, dass das Böckchen nach seiner Kastration noch gut 6 bis 8 Wochen nach der OP (Kaninchen noch länger!) von den Weibchen getrennt bleiben muss (Kastrationsfrist), da es in dieser Zeit noch zeugungsfähig ist. Vielleicht habt ihr noch einen alten Käfig, der groß genug ist und den man an das Gehege mit anderen Meerschweinchen stellen kann, damit sie sich riechen, sehen und "unterhalten" können.

Kastrationsfrist ist die Frist, die der soeben Kastrierte absitzen muss, bis er keine Triebe mehr hat und die Samen abgebaut sind. Man stelle sich das vor wie bei einem Wasserschlauch: man dreht den Wasserhahn zu (die Hoden werden abgetrennt), aber im Schlauch selbst (in den Samenleitern) befindet sich noch immer etwas Wasser (befinden sich noch Samen).

 

Käfig-/Gehegegröße, die Einrichtung und der geeignete Standort

Das Gehege darf aufgrund der Geräuschkulisse nicht zu nah am Fernseher sowie an der Musikanlage stehen. Meerschweinchenohren sind sehr empfindlich!
Man rechnet pro Tier mindestens 0,5qm; für reine Böckchengruppen die doppelte Fläche. Gerne dürfen es auch 2-3 Etagen sein, so hat man selbst immer noch Platz und die Wutzchen haben trotzdem ihren Raum für sich. Jedoch muss man darauf achten, dass die Rampen nicht zu steil angebracht sind.
Der geeignete Standort ist hell, gerne am Fenster (unsere 5 lieben es, in der Sonne zu liegen - an ihrem Platz haben sie Winter wie Sommer die Möglichkeit dazu); jedoch brauchen sie v. a. im Sommer auch die Möglichkeit, sich in den Schatten legen zu können (die Gefahr der Überhitzung ist bei Meerschweinchen hoch).
Sie können an der Heizung stehen (aber nicht zu warm).
Es ist kein Standort, an dem man ständig vorbeigehen muss. Denn das würde sie unruhig machen.
Unser Blick wechselt immer zwischen dem Fernseher und ihnen hin- und her ;-).
Die Einstreu des Geheges muss ständig saubergehalten werden, da es sonst zu Krankheiten, wie z.B Pilz oder Milben kommen kann. Wir machen unser Gehege 1x die Woche sauber (zwischendurch bei Bedarf zusätzlich die "Pipi-Ecken") und mindestens 1x im Monat holen wir komplett alles raus und desinfizieren das Gehege und machen komplett frische Sägespäne rein.
Das Desinfizieren ist wichtig - besonders während und nach Krankheiten, Pilz oder Milbenbefall!

 

Die Einrichtung
Es ist wichtig, dass jedem Tier einen "eigener" Unterschlupf zur Verfügung steht. Also z.Zt. stehen bei unseren 5 Fellnasen ein kleines und zwei große Häuschen, zwei Unterstände, eine Weidenbrücke und es liegt ein Schlafsack. So kann sich wirklich jeder mal zurückziehen und mal Ruhe vor jedem haben. Meerschweinchen brauchen unbedingt Unterschlupfe im Gehege und es ist schlecht, wenn sie sich zu dritt in ein Häuschen quetschen müssen. Nach jedem Saubermachen sieht das Gehege bei mir immer anders aus. Wir haben mittlerweile 10 Häuschen und sie stehen mit den Kuschelsachen, den Weidenbrücken und dem Unterstand immer in unterschiedlicher Konstellation und Anzahl an immer unterschiedlichen Orten im Gehege. So bleibt jedes Teil auf seine Art interessant.
Beim Kauf von Häuschen bitte darauf achten, dass diese mind. 2 Ein-/ Ausgänge haben! Das ist wichtig: wenn es mal Streit gibt, wird kein Tier von dem Anderen in die Enge getrieben, aus der es nicht so einfach mehr herauskommt. Schöne Häuschen gibt es z. B. hier: http://www.schulschweinchen.de/index.php/holztraeume
Als Einstreu wählt man am besten handelsübliche Sägespäne. Diese gibt es in 20kg-Packs für ca. 10€. Sie saugen den Urin am besten auf und sind sanft zu den nackten und empfindlichen Meerschweinchenfüßchen. Als kleines Highlight machen wir ab und zu darauf etwas Stroh . . . mal als "Berg", mal verteilen wir es gleich. Das wird gerne genommen, um sich durchzuwuhlen, reinzukuscheln oder zum fressen. Unsere lieben auch diese Überstreu, in der getrocknete Blätter, Hobelspäne, Rindenstückchen und sowas drin sind, um einen Waldboden nachzuempfinden. Aber das gibt es, wie gesagt, nur zwischendurch, um es interessant zu lassen.
Es gibt auch Strohpellets und Ähnliches zu kaufen, welches aber hart ist und 
an dem sich die Wutzchen verletzen können.

 

Unser Meerschweinchengehege im Wohnzimmer ;)

Nachwuchs

Wenn man unbedingt Nachwuchs möchte, sollte das Meerschweinchenweibchen spätestens mit 9 Monaten das 1. Mal geworfen haben. Danach ist die Gefahr zu groß, dass es die Geburt der Jungen nicht überlebt.
Es bringt nach einer Tragzeit von 68 bis 72 Tagen bis zu 7 Junge zur Welt und hat nur 2 Zitzen. Allerdings fangen die Kleinen schon am 4. Lebenstag an, feste Nahrung zu sich zu nehmen, trinken aber weiterhin noch an der Mutter. Die Babies haben von Anfang an ihr Gebiss und keine Milchzähne.
Es muss darauf geachtet werden, die Böckchen rechtzeitig (ab einem Gewicht ca. von 250g) von der Mutter und den Schwestern zu trennen!!

BITTE SETZT NIEMALS wahllos ein Weibchen und ein Böckchen zusammen. Ihr solltet euch UNBEDINGT mit Genetik auskennen, wenn ihr züchten (oder auch nur einen Wurf) wollt. Denn die eventuellen Krankheiten oder irreparablen Schäden der Kleinen werden niemandem eine Freude machen.

Wenn ihr einmal Meerschweinbabies "live" sehen möchtet, habt ihr bestimmt bei einem Züchter die Möglichkeit dazu - aber ihr müsst nicht die Gesundheit von Tieren dafür auf's Spiel setzen. Seid euch im Klaren darüber, dass ihr auch ein Zuhause für die Babies finden müssen.

Die Tierheime und Notstationen sind voll mit Meerschweinchen und anderen Kleintieren. Ich finde, dieses Elend muss man nicht unterstützen.

 

 

Schweine-TÜV

Mit dem Schweine-TÜV meine ich, dass man regelmäßig, am besten jede Woche . . .
  - die Zähne kontrolliert (ob sie gerade wachsen und sich gleichmäßig abnutzen - Meerschweinchenzähne wachsen ca. 1,5mm in der Woche). Wenn jemandem hier etwas auffällt, dieses bitte beobachten und ggf. einen Tierarzt aufsuchen! Wenn Meerschweinchenzähne schief wachsen, kann das zu Schmerzen beim Kauen und somit zur Futteraufnahme-Verweigerung >> Gewichtsabnahme führen.
  - das Fell auf Milbenbefall etc. kontrolliert.
  - die Meerschweinchen wiegt. Dann legt ihr euch am besten eine Tabelle an, in die ihr den Namen des Tieres, das jeweilige Gewicht mit Datum und besondere Ereignisse, wie z.B. einen Urlaub oder einen Umzug eintragt. Denn oft erkennt man nicht gleich, dass ein Tier kränkelt oder sich nicht ganz wohlfühlt. Wenn ihr aber über einen gewissen Zeitraum das Gewicht seiner Tiere im Auge hat, kann man eher auf etwas zurückschließen und bei Bedarf dem Tierarzt die Gewichtstabelle vorlegen. Gewichtsabnahme ist oftmals das erste Alarmsignal, um zu erkennen: "Da stimmt was nicht!".
  - die Ohren auf Sauberkeit kontrolliert und ggf. mit einem warmen, weichen Tuch reinigt. Bitte nicht in den Gehörgang hinein und KEIN WATTESTÄBCHEN BENUTZEN!!!
  - nach den Krallen schaut. Vorne haben Meerschweinchen 4, hinten 3 (manchmal 4) Krallen. Wenn sie zu lang sind, müssen sie geschnitten werden. Am besten lasst ihr euch das erstmal von einem Tierarzt zeigen, denn Meerschweinchenkrallen haben einen durchbluteten, fleischigen Innenteil. Bei weißen Krallen kann man diesen rosa Nerv leicht erkennen. Bei schwarzen Krallen kann man ihn nicht sehen. Hier kann man aber eine weitere Person bitten, von unten mit einer Taschenlampe die Kralle zu durchleuchten. Von oben kann man den Nerv dann gut sehen. Man sollte die spezielle Krallenschere ca. 2mm von diesem entfernt ansetzen und die Kralle schief abschneiden, sodass die Tiere auf der Schnittfläche laufen und die Kralle nicht splittert. Wenn man rauhen Untergrund im Gehege hat (z.B. Pflastersteine), wird die Krallenpflege evtl. nie nötig, da sie sich von selbst abnutzen.


Bei langhaarigen Meerschweinchen ist die Fellpflege wichtig (jedoch sind dies keine Modepüppchen oder "Frisierschweine"!!). Ein "kurzer" Check, ob das Fell verfilzt ist, diese Knoten rausschneiden und die Poporegion von verklebtem Fell zu befreien, reicht.

 

 

Tiere als Geschenk?

Wer jemandem eine Freude mit einem "tierischen Geschenk" machen möchte, muss sich vorher intensiv Gedanken darüber machen, ob lebendige Tiere das richtige Geschenk sind. Der Beschenkte sollte sich damit auskennen und Freude an seinem Geschenk haben. Ein Meerschweinchen kann sein Alter von 9 Jahren erreichen und die monatlichen Kosten für Heu, Streu, Gemüse, Zubehör, Tierarzt usw. sind nicht zu verachten und es gilt als verantwortungslos, Tiere ihrem Schicksal zu überlassen!
Auch ist zu überlegen, wo die Tiere im Urlaub hinkommen (informieren Sie sich bitte vorab über die Art der Unterbringung und die Kosten in einer Tierpension), ob überhaupt Interesse an den Tieren besteht usw.
Wenn ihr z.B. Meerschweinchen verschenken möchtet, sprecht bitte vorher mit den Familienmitgliedern des "potenziell Beschenkten" alles ganz genau durch:
•    Besteht eine Allergie in der Familie?
•    Hat der Beschenkte Interesse an und Erfahrung mit den Tieren?
•    Nimmt er sich gerne Zeit, sie sauberzumachen, sich um sie zu kümmern und zu pflegen?
•    Ist er bereit, auch schonmal hohe Tierarztkosten zu übernehmen?
•    Hat er überhaupt Platz für ein der Art entsprechend artgerechtes Gehege?
•    Bei dem, der sich z.B. Meerschweinchen hält, "fliegen" Sägespäne, Haare, Heustücke u.ä. durch die Gegend. Ist das ein Thema?
•    Kann (und WILL) der Beschenkte den Tieren gerecht werden?
•    Hat der Beschenkte schon Tiere, noch Platz im Gehege, Interesse an (einem) weiteren Tier / en und wenn ja: Welche Rasse / woher / welches Geschlecht?
Bitte handelt beim Verschenken von Lebewesen nicht "Hals über Kopf"!

Als ich mein erstes "Traumschweinchen" Fienchen zum Geburtstag geschenkt bekam, hatte ich bereits 3 Schweinchen und ein neu (und selbst-)gebautes Gehege. Meine Mutter fragte mich oft, ob da vom Platz her (0,5m²/ Tier) noch ein Wutzchen "reinpasst", welche Rasse mir gefällt und welches Geschlecht es sein muss oder darf (in einer solch kleinen Gruppe eignet sich am besten 1 Männchen mit mehreren Weibchen). Aber sie hat sehr clever und "versteckt" gefragt und nie am Stück . . . an meinem Geburtstag wusste ich, warum ;-).

 

 

Welche Gruppenkonstellation?

Im Allgemeinen ist eine Gruppenkonstellation von einem Böckchen und mehreren Weibchen die, die am ehesten gutgeht. Jedoch kann es auch mit eingeschlechtlichen Gruppen klappen. 
Ich hatte ganz am Anfang vor, zwei Weibchen zu halten. Das war im Februar 2009. 
Weil sie sich aber in der Pubertät ständig stritten, kam 3 Monate später Merlin, 
mein Kastrat, als Streitschlichter hinzu.

Im April 2010 bekam ich Fienchen von meiner Mutter 
und einer Bekannten zum Geburtstag geschenkt... 


In solch einer kleinen Gruppe dürfte jedoch kein zweites 
Böckchen sein, da diese beiden sich ständig um die Führung der Gruppe streiten 
würden.

Frühkastraten hingegen kann man auch in eine bereits gemischte Gruppe setzen - Frühkastration bedeutet, dass die Böckchen mit ca. 250g (bevor die Hoden aus dem Bauchraum abgestiegen sind) kastriert werden. Nicht jeder Tierarzt nimmt diesen Eingriff vor; bitte informiert euch rechtzeitig, wer diesen vornimmt.


Leider werden auch heute immer noch Meerschweinchen und 
Kaninchen zusammengehalten. Grundsätzlich ist dies auch kein Problem, wenn beide 
wenigstens einen Artgenossen haben. Denn Kaninchen und Meerschweinchen sprechen 
unterschiedliche Sprachen und das wäre, wie wenn wir mit einem Schimpansen leben 
würden und sonst niemanden hätten - keine Freunde, Arbeitskollegen usw., mit 
denen wir uns austauchen könnten. Oft hört man die Leute sagen "Oh, die zwei 
verstehen sich aber gut!". Ja, sie verstehen sich gut. Weil sie sonst niemanden 
haben. Sie fressen auch aus einem Napf und kuscheln.
Das ist immer noch besser, als alleine zu sein. Aber nicht artgerecht.
Meerschweinchen BITTE auch nicht alleine halten!!! Es sind Gruppentiere, die 
unbedingt mindestens einen Artgenossen brauchen. Man bedenke, dass wir Bücher 
lesen, vor dem PC sitzen, uns mit Freunden treffen, uns unsere Freizeit 
irgendwie gestalten (können). Ein Tier kann das alles nicht. Es sitzt im Käfig, kann sich an keinen Artgenossen kuscheln, sich nicht austauschen usw. Wenn wir 
dann von der Arbeit kommen, wird noch nach dem Wasser und dem Futter geschaut 
und das war's. Dem Tier ist es dann schlichtweg langweilig. Und das ist nicht 
artgerecht. Wir als Mensch können einem Tier in seinen natürlichen Ansprüchen nie 
so gerecht werden wie ein Artgenosse. Auch tägliche Schmuseeinheiten sind kein Ersatz für einen Artgenossen.

 

 

Zusatzpräparate

Wenn die Meerschweinchen gesund sind, brauchen sie an und für sich keine Zusatzpräparate. Denn in der täglichen Ration Gemüse sind alle Vitamine drin.
Sollten sie etwas Vitamin C zusätzlich brauchen, empfehle ich Vitamin C-Pulver
aus der Apotheke. Vitamin-Tropfen im Trinkwasser verfliegen zu schnell.
Im Zweifelsfall einfach mit dem Tierarzt abklären.
Kalk- oder Salzlecksteine brauchen Kleintiere nicht.


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2 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.
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Auch, wenn es uns gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, wir hätten nichts erreicht. Erst, wenn es gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: Uns. (Michael Aufhauser)